Am Traualtar das Treuegelübde ablegen - das ist bekanntlich eine
sehr leichte Sache, die eigentlich allen gut von der Hand geht. Doch wenn die
Monate und Jahre Einzug in die Ehe halten, so verändern sich bei manchen
die Dinge. Bekanntlich ist die Treuebruchrate gar nicht mal so gering, schwankt
zwischen 20 und 40 Prozent. Das heißt, in den betroffenen Ehen geht mindestens
einer der beiden fremd.
Doch wo fängt Untreue eigentlich an? Manche meinen (das eine Extrem), bereits
im Kopf, andere sagen (das andere): "Sex mit anderen ist okay, sofern
keine Gefühle mitspielen!" Was meinen Sie?
Fragt man Personen, die in einer Partnerschaft leben, was genau sie denn unter dem Begriff Treue verstehen, so kommt tendenziell folgende Formel heraus: "Appetit holen kann man sich, gegessen wird zu Hause." Das heißt, eine Prise Fremdflirt erlaubt man einander im Allgemeinen. Das ist sinnvoll, schließlich macht der eine oder andere Flirt in fremden Gefilden glücklich.
Neigt jedoch einer der beiden Partner zu einer ausgeprägten Eifersucht,
so ist die ganze Partnerschaft von dem Thema betroffen. Leicht kann dann Eifersucht
entstehen, wenn der andere "nur ein bisschen" während des Einkaufsbummels
rumguckt. Dann wird sofort unterstellt, er würde "fremdgehen".
Fazit: In vielen Beziehungen herrschen unterschiedliche Vorstellungen über
das Thema vor - und dies führt meistens zu Konflikten.
Ein sexueller Treuebruch (es gibt auch den emotionalen, etwa wenn man sich
in jemand anderen verknallt) stellt die ganze Beziehung infrage und sorgt dafür,
dass der Partner regelrecht selbstwerttechnisch gekränkt, ja geschockt
wird.
Da dies der untreue Part weiß, wird der "Ausrutscher" auch
bestmöglich geheim gehalten. Manchmal kommt er dann allerdings doch heraus.
Die Frage nach dem Warum wird natürlich auch bei diesem Thema gestellt:
"Warum hast du das gemacht?" Beliebte männliche Ausreden lauten
oft so: "Ich war voll", "Es hat mir nichts bedeutet",
"Es ist halt einfach so passiert".
Für den weiblichen Part ist es übrigens dann besonders schlimm, wenn
Gefühle im Spiel waren. Daher wird auch meistens gefragt: "Liebst
du sie?"
Frauen, die fremdgehen, berichten andererseits von folgenden Motiven: "Ich
wollte mich wieder begehrt fühlen, in der aktuellen Beziehung fühlte
ich mich unattraktiv", "Ich habe mich verliebt", "Mir
fehlte der Sex".
Viele wollen wissen, ob eher Frauen oder Männer fremdgehen. Nun, die Studien
liefern unterschiedliche Ergebnisse. Die Wahrheit wird wohl wie immer in der
Mitte liegen.
Wie gesagt, wenn einer der beiden herausfindet, dass der andere ein Sexabenteuer
in irgendeinem Hotel oder sonst wo hatte, bricht die Welt regelrecht zusammen.
Der Benachteiligte stellt die ganze Beziehung infrage, manchmal sucht er die
Schuld bei sich. Selbstschuld- und Fremdschuldzuweisungen wechseln sich ab.
Es dauert sehr lange, bis Gras über die Sache gewachsen ist.
In vielen Partnerschaften reifen Wünsche heran, mit anderen Personen sexuell
zu verkehren. Das ist zunächst einmal nichts Schlimmes, sondern ist evolutionstechnisch
sinnvoll. Die Natur ist unromantisch - sie legt Wert darauf, dass wir
uns gentechnisch optimal fortpflanzen. Und es gibt bekanntlich mehr als nur
einen passenden Sexpartner.
Das ist also nicht das Problem. Die Frage ist aber: Wie geht man damit um?
Man kann sich bewusst für die Treue entscheiden - und Deckel drauf.
Dann muss man aber dazu stehen und darf nicht schwach werden.
Oder aber man macht, wenn einem das Streben nach anderen doch sehr wichtig vorkommen
mag, dem Partner den Vorschlag, neue Erfahrungen in Betracht zu ziehen. Ein
Besuch eines Swingerclubs kann inspirierend wirken, die eigene Sexualität
ankurbeln - man muss dabei noch nicht einmal mit anderen schlafen. Beobachten
reicht schon!
Es ist klar geworden: Das Thema "Treue in der Partnerschaft" ist hochrelevant. Paare sollten mindestens einmal pro Woche darüber und über aktuelle Befindlichkeiten reden. Kommunikation ist auch in dieser Hinsicht das A und O. Wird nicht offen und ehrlich über diese Angelegenheit geredet, entsteht zu viel Platz für "negative Gedanken". Unwissenheit schürt bekanntlich die Fantasie, und zwar nicht im positiven Sinn. Also: Kommunizieren Sie!
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