In Deutschland gibt es Millionen Singles. Es gibt aber auch Millionen Menschen,
die gerade in einer festen Partnerschaft leben. Interessanterweise beneiden
sich die beiden Gruppen in vielen Situationen wohl gegenseitig. Das heißt,
viele Singles wünschen sich trotz ihrer Freiheit eine feste Partnerschaft,
viele Liierte sehnen sich demgegenüber dann und wann den Single-Status
wieder herbei.
Warum ist das so? Und welche Wege gibt es, um aus dieser bekannten Zwickmühle
auszubrechen?
Bekanntlich macht nichts, aber auch gar nichts dauerhaft glücklich (gemeint ist hier das sogenannte sinnliche Wohlfühl-Glück). - Ungebunden fühlen wir uns irgendwann unwohl, wollen uns endlich in "den Richtigen" verlieben, finden wir "den Richtigen", ebbt der Grad an Interesse nach Monaten aber in der Regel ebenso wieder ab. Fazit: Das, was wir gerade nicht haben, ist reizvoll.
Meistens werden Singles um ihre Freiheit beneidet. Sie müssen niemandem Rechenschaft ablegen, können leicht Sex mit verschiedenen Partnern haben, sind quasi ihr eigener Chef (bzw. ihre eigene Chefin). Mit niemandem müssen Absprachen getroffen werden, die Zeiteinteilung, etwa am Wochenende, ist nur die Sache des Betreffenden.
Doch diese Freiheit hat einen Haken - im Alltag fehlt ein Gegenüber, jemand, mit dem man eine Bindung knüpfen könnte, die über die "normale Freundschaft" hinausgeht. "Beste Freundinnen" bzw. "beste Freunde" kommen über eine bestimmte Grenze nicht hinaus. Was unsere Seele wirklich in Stimmung versetzt, das ist jemand, den man liebt. Daher haben viele "überzeugte" Singles zwar eine glänzende Fassade, aber keinen Seelenfrieden.
Die wichtigste Bindung erleben Menschen bereits im Uterus. Bindung ist ein menschliches Grundbedürfnis. Ohne eine stabile Bindung zu einer Person, der wir uns voll und ganz öffnen können, werden wir über kurz oder lang unzufrieden, frustriert. In einer Partnerschaft scheint uns dieses Bedürfnis befriedigt zu werden - zumindest am Anfang.
Da sich unser Gehirn permanent an die jeweilige Umgebung anpasst (um Energie zu sparen), kommt es zu einem sehr leidigen Phänomen, das es Menschen in einer Partnerschaft schwer machen kann, gemeint ist die Langeweile. Man passt sich aneinander an, stimmt sich aufeinander ab - und vergisst, sich selbst weiterzuentwickeln. Fazit: Langeweile!
Im Prinzip ist das beschriebene Dilemma recht einfach zu lösen. Man muss "nur" beide Aspekte, das Single- und das Partnerschaftsdasein, unter einen Hut bekommen. Weitgehend auf Nummer sicher kann man gehen, wenn man sich voll und ganz auf eine Partnerschaft einlässt, aber sein Ich nicht vernachlässigt. Man muss sich auch in der Liebe abgrenzen können - und sich seiner Selbstentwicklung widmen!
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