Vielen Männern sagt man nach, sie hätten keinen Sinn für Romantik.
Hinter solchen Aussagen steckt so mancher Frust, manchmal ist es aber einfach
nur ein Vorurteil.
Fakt ist: Romantik ist nicht nur, wie man denken mag, Frauensache. Viele Vertreter
beider Geschlechter sind offen für das Thema, nicht wenige haben auch bestimmte
Erwartungen.
Man geht nicht fehl, wenn man in Sachen Romantik seine Schokoladenseiten zum
Ausdruck bringt.
Zunächst müssen wir ganz unromantisch feststellen: Die sogenannte
romantische Liebe, die in vielen Hollywoodfilmen in Tausenden Variationen immer
wieder dargestellt wird und die sich viele von uns wünschen - ist
eine Erfindung aus dem 19. Jahrhundert. Genauer gesagt sind wohl einige englische
Schriftstellerinnen dafür verantwortlich, dass sich diese Vorstellung bis
heute durchgesetzt hat.
Unter Romantik versteht man heute in etwa Folgendes: originelle Liebeserklärungen,
den Partner mit einem Candle-Light-Dinner überraschen, ihm Liebesgedichte
schicken, ihm die Wünsche von den Augen ablesen, ihn durchschauen, ihn
mit einem Urlaub an einem exklusiven Ort überraschen...
Wenn wir an die "wahre Liebe" denken, so taucht direkt daneben
meistens auch der Begriff Romantik auf. Daran "Schuld" sind auch
die oben schon erwähnten Hollywoodfilme; vor allem dann, wenn man viele
von ihnen verschlingt.
Natürlich schadet es nicht, wenn man auf Romantik hin und wieder Wert legt.
Aber man sollte einen Mittelweg zwischen Schwärmerei und Nüchternheit
finden.
Wer die Sache extrem nüchtern sieht ("Ich bin halt nicht romantisch,
Punkt!"), verschenkt viel Glückspotenzial.
Unrealistische, extreme Lektüre oder überzogene Filme können
die Erwartungen an die Romantik in der eigenen Partnerschaft in irrationale
Höhen treiben. Als "extrem" kann man Situationen beschreiben,
in denen einer der beiden Verliebten für den anderen sein Leben opfert
(siehe "Titanic") oder ihn stundenlang voller Glück beim Schlafen
nur ansieht ("Twilight"), als wäre es quasi selbstverständlich.
Wenn Leser und Zuschauer sich an solchen (unerreichbaren) Idealen orientieren,
verblasst die eigene Beziehung gnadenlos. Das muss nicht sein!
Romantik beim Flirt ist ein heikles Thema. Schnell verwischt die Grenze zwischen Small Talk und Schleimerei ("Du bist so hübsch, ich kann es kaum fassen!"). Daher sollte man gerade beim Flirt den romantischen Aspekt lieber ausblenden und sich auf eine ordentliche Außendarstellung bemühen. Zeigen Sie, dass Sie(!) interessant sind - der andere kann sich bitteschön auch mal bemühen!
Wenn das erste Date mit einem netten Flirt ansteht, den man einige Tage zuvor
kennengelernt hat, so gilt auch in diesem Fall: Nicht zu sehr auf die Tube drücken!
Leicht setzt man den anderen unter Druck - nach dem Motto "Du bist
der/die Einzige für mich!"
Noch nachteiliger können sich die Dinge entwickeln, wenn das Gegenüber
meint, der Romantiklevel wäre immer so hoch! Das hält aber niemand
auf Dauer durch.
Wohl die Mehrheit der Menschen, die in einer festen Partnerschaft leben, läuft
romantiktechnisch irgendwann auf Autopilot. Denn bekanntlich gewöhnt man
sich aneinander, schaltet automatisch einen Gang runter.
Das ist ganz normal, aber man muss aufpassen. Die Liebe erfordert Arbeit. Man
darf sich nicht zurücklehnen! Legen Sie Wert auf Kleinigkeiten. Kochen
Sie mal spontan für Ihre große Liebe, streuen Sie einmal pro Woche
eine Überraschung ein.
Das alles kurbelt die Partnerschaft wieder an!
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