Die Liebe ist bekanntlich voller Überraschungen. Der Liebesalltag auch?
Nun, viele Menschen, die einen festen Partner haben, verneinen diese Frage resigniert.
Doch ist es wirklich so, dass die dauerhafte Liebe frei von jedweden Überraschungsmomenten
sein muss? Nein! Wir müssen nur wissen, was zu tun ist. Dem Alltagstrott
muss aktiv entgegengetreten werden.
Denn der Effekt von Überraschungen ist immens, er pusht geradezu die Liebe.
Jeder, der einmal verliebt war oder es gerade ist, wird wohl folgender Aussage
zustimmen: Die erste Phase in einer Beziehung ist voller Überraschungen,
voller Liebe. Die Sinne sind offen, die Partner sind voll "da",
aufmerksam, interessiert.
In dieser ersten Phase, die in der Regel ein paar Monate anhält, haben
die Partner nur Augen füreinander. Jedes Aufeinandertreffen ist eine Überraschung!
Doch irgendwann werden nicht mehr so viele Glückshormone ausgeschüttet,
wenn man sich mit dem anderen trifft. Das ist ganz normal. Auch die Tatsache,
dass der Alltag gewisse "Liebes-Abnutzungserscheinungen" mit sich
bringt.
Besonders Stress ist geradezu ein Liebeskiller. Denn wer etwa gestresst vom
Job nach Hause kommt, dem steht, lapidar gesagt, nicht gerade der Sinn nach
Überraschungen.
Gewöhnen sich die Partner aneinander, werden auch die Schattenseiten beleuchtet,
besonders die charakterlichen Makel und Schwächen. Die Aufmerksamkeit dreht
sich schrittweise auch um nachteilige Phänomene.
Nicht selten hört einer der beiden dann den unvermeidlichen Satz: "Früher
warst du ganz anders!"
Hinter dem Satz "Früher warst du ganz anders!" steht meistens
nichts anderes als Frust. Das sollte sich der andere bewusst machen und nicht
beleidigt reagieren. Besser ist es, diesen Satz als Startschuss für Überraschungen
zu sehen.
Überraschungen reißen das Paar (positiv) aus dem Alltag heraus, bringen
wieder die Sonnenseiten der beiden zum Vorschein.
Überraschungen müssen - und das wissen wohl die wenigsten - nicht unbedingt teuer sein, müssen also entgegen so manchem Vorurteil nicht viel kosten. Gerade "Kleinigkeiten" kommen gut an, besonders, wenn sie aus heiterem Himmel geschenkt werden. Entsprechend können Blumen, Fotos, Briefe, Kurzmitteilungen... sehr hilfreich sein. Doch man sollte nicht zu oft kleine Überraschungen für den anderen parat haben (Stichwort: "Abnutzungseffekt!").
Im Falle von großen Überraschungen ist es so, dass sie teuer sein
können oder aber einen hohen Aufwand erfordern. Spontanurlaube, modische
Kleidungsstücke, ein exzellentes Parfüm - das alles verfehlt
sein Ziel nicht, reißt aber unter Umständen ein großes Loch
in den Geldbeutel.
Auf der anderen Seite kann man sich auch einfach "nur" Arbeit machen,
im Garten etwa über Nacht ein großes Herz konstruieren, für
den anderen ein Lied komponieren und vorsingen...
Aber Achtung: Auch Überraschung können ihren Zweck irgendwann verfehlen,
nämlich dann, wenn die "Schlagzahl" zu hoch ist. Die Erwartungen
aneinander könnten dann in den Himmel wachsen - eine Entwicklung,
der man dann nur sehr schwer etwas entgegensetzen kann.
Also, reden Sie mit Ihrem Partner über das Thema, bleiben Sie realistisch.
Gerade beim Thema Überraschungen zeigt sich, dass die meisten Menschen
wohl tendenziell eher an sich als an den anderen denken (auch in der Liebe).
Auch diejenigen, die sich selbst als gönnerhaft beschreiben, müssen
es gar nicht sein(!). Zwischen der Selbst- und Fremdwahrnehmung herrscht oft
eine große Kluft.
Bleiben Sie daher aufmerksam!
Unseren Anspruch an Überraschungen in der Partnerschaft erwerben wir,
und das wollen wohl nur die wenigsten hören, in der Kindheit. Vielleicht
wurde man als Kind entsprechend verhätschelt. Dummerweise werden frühkindliche
Erfahrungen oft zu Erwartungshaltungen im Erwachsenenalter. So manche "Prinzessin
von heute" war tatsächlich schon damals, als kleines Mädchen,
eine Prinzessin.
Selbstreflexion tut daher im Prinzip immer not!

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