Jede große Liebe beginnt in der Regel mit einem Flirt. Zugegeben - es gibt
auch die Liebe auf den "zweiten Blick". In letzterem Fall dauert es halt länger,
bis die zukünftigen Partner merken, dass sie mehr füreinander empfinden, als
sie ursprünglich gedacht haben.
Wir reden über Liebe, als würden wir wie selbstverständlich davon ausgehen,
dass jeder das Gleiche meint wie wir, wenn wir sagen: "Ich liebe dich!" Doch
tatsächlich ist es gar nicht mal so einfach, sich auf eine gemeinsame Bedeutung
zu einigen. Was ist Liebe überhaupt?
Wohl nicht wenige meinen, die "wahre Liebe" sei genau das Phänomen, das man in manchen Hollywoodfilmen sieht. Meistens geht es dann darum, dass die beiden Hauptdarsteller viele Gefahren überwinden, Widerstände sowieso und sich in die Arme fallen. Diese Erlösungssituation soll dann die "wahre Liebe" und vor allem konservierbar sein. Aber: Das ist sie nicht.
Dann gibt es Beziehungen, in denen kein sprichwörtliches Stück Papier zwischen die beiden Protagonisten passt. So eng geht es da zu. Die meiste Zeit des Tages verbringt man gemeinsam, man geht gemeinsam aus, man hat keine Freunde. Eine solche symbiotische Liebe geht in der Regel nicht lange gut, sie erstickt die Faszination.
In Zeiten der Globalisierung und "Flexibilität" gewinnen Fernbeziehungen immer mehr an Bedeutung. Die Betreffenden sehen sich etwa nur am Wochenende. Dies hat Vor- und Nachteile. Aber auch im Falle räumlicher Nähe ist es nicht immer so, dass man eine gemeinsame Wohnung bezieht. Manche legen Wert auf Distanz.
Manche Menschen sind gewissermaßen in das Verliebtsein verliebt. Sie erleben dann eine "große Liebe" nach der anderen. Das dürfte dann etwa alle drei bis sechs Monate passieren. So lange hält gewöhnlich das allseits bekannte Verliebtsein an. Wer an eine solche Person gerät und sich verliebt, dem wird unvermeidlich das Herz gebrochen.
Extrem anstrengend sind Partner, die es seit jeher gewohnt sind, dass "es gute Beziehungen nicht gibt". Die Betreffenden halten sozusagen eine stressfreie(!) Beziehung gar nicht auf Dauer aus. Das hat zwar "nur" biografische Ursachen, sorgt aber dafür, dass diejenigen die eigene Liebe immer mal wieder selbst sabotieren, Streit vom Zaun brechen...
Und dann gibt es da noch die ewig Unzufriedenen beziehungsweise Sehnsüchtigen. Die jeweils aktuelle Partnerschaft steht aufgrund der zu hohen Wünsche und Erwartungen (siehe Hollywoodliebe) immer unter einem schlechten Stern. Insgeheim melden sich Betreffende etwa bei sozialen Netzwerken an, suchen nach Ex-Partnern, schmachten andere an...
Trägt man all dem Rechnung, wird schnell klar: Man sollte das Thema Liebe nicht überbewerten. Ganz unromantisch gesagt, an die Stelle der "Schmetterlinge im Bauch" tritt irgendwann so etwas wie Gewohnheit; dann beginnt die eigentliche Arbeit an der Liebe. Die Liebe braucht Unterstützung, Toleranz, Nähe, Distanz, Sex, Veränderung, Selbstentwicklung!
Eine besondere Form der Liebe ist die sogenannte "Sex-Liebe". In
diesem Fall geht das Paar quasi den umgekehrten Weg. Man lernt sich etwa in
der Disco kennen, verbringt einen One-Night-Stand zusammen - und wiederholt
das Ganze einige Male. Nach und nach ist doch eine stabile "emotionale
Basis" vorhanden. Meistens wehren sich beide (oder zumindest einer der
beiden) gegen diese Tatsache.
Irgendwann ist es dann so weit, einer setzt dem anderen die Pistole auf die
Brust: "Ich glaube, ich liebe dich!" Wie sich die Dinge dann entwickeln,
ist schwer vorherzusagen. Manchmal entsteht daraus eine feste Partnerschaft,
manchmal beendet dieser Satz die "Affäre".
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