Viele Menschen, die in einer Partnerschaft leben, blicken sehnsüchtig
auf die Zeit zurück, in der sie den aktuellen Lebensabschnittsgefährten
kennenlernten. Die erste Phase der Liebe ist "ein Paradieszustand".
Die Sinne sind offen, die Sehnsucht groß, die Spannung aufgeladen.
Manchmal trägt man die rosarote Brille - und alles ist gut. Das rächt
sich zwar häufig später, aber das ist uns in der besagten Zeit egal.
Trotzdem besteht im Rückblick eben der Mythos!
Die sogenannte Liebe auf den ersten Blick - Ja, es gibt sie, aber sie
ist selten. Im Prinzip wissen wir es. Trotzdem schauen wir gerne Hollywoodschnulzen,
in denen es um dieses Thema geht.
Im Alltag kann sie uns aus heiterem Himmel treffen, beim Bäcker, im Auto,
in der Disko usw. Trotzdem ist es wichtig, rational zu bleiben, denn oftmals
ist die "Liebe auf den ersten Blick" nichts anderes als sexuelle
Attraktion oder Egoismus ("Oh, der passt bestimmt zu MIR!").
Die sogenannte "Liebe auf den zweiten Blick" - in ihrem Fall
dauert die Sache etwas länger -, passiert erfahrungsgemäß
öfter. Die meisten Paare lernen sich übrigens am Arbeitsplatz kennen.
Nun, eine gewisse Anlaufzeit schadet nicht. Schließlich sollte man den
anderen "richtig" kennenlernen. Achten Sie lieber auf einen "geregelten
Ablauf".
Die Dinge nehmen irgendwann von selbst ihren Lauf. Das heißt, die Hormone
übernehmen in der Regel überwiegend das Hauptkommando. Ist man nämlich
"Feuer und Flamme", so erscheint alles, was der andere tut oder
von sich gibt, als positiv.
Genießen Sie diese Phase in vollen Zügen! Aber vergessen Sie dabei
nicht, ihren Verstand irgendwann wieder anzuschalten.
Die ersten Berührungen, die man mit der "großen Liebe" austauscht, knistern bekanntlich vor Spannung. Doch, diese Zeit sollte man ganz gewiss auskosten! Schon jetzt kann man die Spannung aufrechterhalten, wenn man nicht der Versuchung nachgibt, sich jeden Tag, jede Minute zu sehen. Sorgen Sie bewusst hin und wieder auch für ein bisschen Abstand.
Der Sex kommt, wenn die vorangehenden Phasen erfolgreich ablaufen, von ganz
alleine. Der erste Sex ist in den Augen der Beteiligten nun das größte
Glück, das es gibt. Das Drumherum spielt keine Rolle mehr, die beiden interessieren
sich nur noch für sich, gehen eine Einheit, eine Symbiose ein.
Genießen Sie vor allem diese Zeit! Verschwenden Sie keine Gedanken an
das Morgen. Lassen Sie es sich gut gehen.
Nun zu den Schattenseiten des Kennenlernens. Eine lautet: Ähnlichkeitsfehler!
Dieser menschliche, allzu menschliche Beurteilungsfehler kommt relativ oft vor.
Infolge dieses Mechanismus meint man irrationalerweise, der andere wäre
so wie man selbst. Es braucht dazu nicht viel: Der andere muss nur dasselbe
Hobby, dieselben Vorlieben haben - und schon tappt man in diese Falle.
Bleiben Sie daher cool. Schalten Sie öfter Ihren Verstand ein!
Infolge der rosaroten Brille blendet man selbst negative Charakterseiten des
anderen aus. Und auch die eigenen Schattenseiten kehrt man lieber unter den
Teppich, denn man will den "Gesamterfolg" nicht gefährden.
Doch man muss leider feststellen: Die Sache hat viele Haken. Das kann sich rächen!
Was die Beurteilung des anderen angeht müssen Sie festhalten: Er ist wahrscheinlich
nicht (nur) so, wie ich ihn wahrnehme.
Sie können der Liebe eine große Chance geben - wenn Sie schon
in der Kennenlernphase authentisch sind. Dann schrecken Sie vielleicht den einen
oder anderen Single ab - aber Sie spielen mit offenen Karten. Diejenigen,
die bei Ihnen bleiben - auf die kommt es an! Schließlich wollen
Sie doch jemanden finden, der Sie wegen Ihrer Stärken und Schwächen
bevorzugt, oder?
Denken Sie mal drüber nach!
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