"Wo warst du?", "Von wem war die SMS?", "Wo gehst
du hin?" - Wer mit einem sehr eifersüchtigen Menschen zusammenlebt,
der kennt solche Fragen bestens.
"Störende Eifersucht" spielt in so gut wie jeder Beziehung
irgendwann einmal eine große Rolle. Eifersüchtige Partner sehen viele
"Gefahrensituationen", sie haben Angst, dass der andere mit einem
Dritten anbandelt.
Dummerweise ist der Umgang mit (unnötig) Eifersüchtigen sehr schwierig,
zumal man den anderen einfach nicht davon überzeugen kann, dass "da
nichts ist". Das heißt, Gewissheit gibt es nicht!
Die meisten Menschen, die in einer Partnerschaft leben, verknüpfen, wenn
sie gefragt werden, die Phänomene Eifersucht und Liebe. Die Kurzformel
lautet entsprechend: "Wer liebt, der ist auch eifersüchtig."
Im Umkehrschluss heißt das: Man würde den Partner schon stutzig machen,
wenn man behaupten würde: "Ach, Schatz, ich bin null eifersüchtig,
flirte ruhig mit anderen." Schnell würde das Gegenüber meinen,
es liege einem nicht viel an der Partnerschaft.
Ein "bisschen Eifersucht" ist wie eine Prise Salz in der Liebessuppe.
Wer in einer bestimmten Situation eifersüchtig ist, der bringt plötzlich
(wieder?) mehr Aufmerksamkeit in Bezug auf seine bessere Hälfte auf. Eine
Prise Eifersucht bringt also den Kick.
Doch extreme Eifersucht schränkt den Betreffenden und auch den Partner
ein - und die Liebe erstickt langsam.
Die meisten Frauen in Partnerschaften kann "Mann" übrigens wahrscheinlich dann eifersüchtig machen, wenn er von den charakterlichen Vorzügen einer guten Freundin oder Kollegin erzählt. Wenn dann noch die Phrasen "Kann super mit ihr reden" oder "Habe voll Spaß mit ihr" fallen, dann "gute Nacht". Gehen Männer offenbar "beziehungstechnisch fremd", schrillen die weiblichen Alarmglocken.
Auch das männliche Geschlecht hat entsprechend "wunde Punkte". Es ist kein Zufall, dass vor allem Anzeichen von sexueller Untreue "ihn" sofort auf 180 bringen. Dies hat evolutionäre Gründe. Denn sexuelle Untreue birgt seit jeher die Gefahr, dass die Partnerin vom Konkurrenten geschwängert würde; dies würde bedeuten, dass der aktuelle Partner aufgrund von Unkenntnis eventuell alle Energie und seine finanziellen Ressourcen in ein sogenanntes "Kuckuckskind" investieren würde. In einem solchen Fall ist man um seine eigene Reproduktion geprellt worden.
Viele Psychologen haben sich mit extremer Eifersucht beschäftigt und Wichtiges
erkannt. Demnach steckt hinter extremer Eifersucht meistens Angst, ein (verdrängtes)
Gefühl von eigener Minderwertigkeit und Egoismus.
Das heißt im Umkehrschluss: Man müsste sehr eifersüchtigen Menschen
die Angst nehmen - wenn das nur so einfach wäre.
Hat sich die Eifersucht erst einmal "eingenistet", kriegt man sie nur sehr
schwer wieder hinaus. Wenn Ihr Partner solche Anzeichen zeigt, fragen Sie ihn:
"Was kann ich tun, damit du heute Abend nicht eifersüchtig bist?" Dann muss
er nachdenken...
Oder aber Sie regen einen "biografischen Rückblick" an, bei
dem Ihr Partner darüber reflektiert, wie er in vergangenen Beziehungen
mit Eifersucht umgegangen ist. Vielleicht merkt er dann, dass Sie nur altbekannte
Muster auslösen - und nicht für seine Eifersucht verantwortlich
sind.
Wenn Sie selbst sehr eifersüchtig sind, dann gilt es zunächst, die
"Leichen im Keller" genauer kennenzulernen. Denken Sie ernsthaft
über Fragen wie diese nach: "Was will ich wirklich mit meiner Eifersucht
erreichen?", "Welche biografischen Umstände hängen vielleicht
mit meiner aktuellen Eifersucht zusammen?", "Welche Potenziale habe
ich, wie kann ich sie verwirklichen?"
Die Folge solcher Reflexionen ist im günstigsten Fall die Reduktion Ihrer
Eifersucht.
Machen Sie sich auch klar: Eine Partnerschaft ganz ohne Eifersucht gibt es
nicht! Eifersucht ist in durchschnittlicher Ausprägung angeboren, ein sinnvolles
Schutzschild gegen diejenigen, die die Partnerschaft "von außen"
beeinträchtigen könnten.
Nutzen Sie also lieber dieses Potenzial, reden Sie mit Ihrem Partner mal darüber,
aber machen Sie kein großes Ding daraus - so wichtig ist Eifersucht
nun auch wieder nicht. Und ebenso wichtig: Man kann einen Treuebruch des Partners
nie zu 100 Prozent verhindern. Machen Sie sich lieber reizvoll, indem Sie etwas
aus sich machen! Wer sich interessiert, der ist auch interessant!
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